Auszug aus einem Artikel im Mitteilungsblatt des Heimatverteins vom Dezember 1983:

Das "Webheisel" in der Froschau
(im Hof von Karl und Paul Emmerich)

Das "Webheisel" wurde im Jahre 1798 von Friedrich Wilhelm Keller zuinächst als "Altenteil" für seine Eltern erbaut. Johann Adam Keller bekam von seinem Vater den Hof. In seinen Jugendjahren hat er das Weben erlernt. Nach der Heirat mit Margarethe geb. Arnold, der das Spinnen von der Hand ging, dachte man an das Aufstellen eines Webstuhles. Die Eltern waren verstorben, so wurde das "Häuschen" nicht mehr als Altenteil benötigt. In den Wintermonaten wurde mancher Ballen "Tuch" gewoben; (in Epfenbach verstand man unter "Tuch" das Leinen-Tuch) teils für den eigenen Gebrauch, aber auch im Lohn für andere Mitbürger. Bis zu drei Webstühle standen zu dieser Zeit dort, seit der Zeit war es das "Webheisel".
Bis zum 1. Weltkrieg florierte die Handweberei in Epfenbach.
Eine Zeit lang war das Webheisl noch einmal Unterkunft für einen bedürftigen Menschen, nach 1931 ging der Webstuhl noch einmal in Betrieb. Tuch wurde zwar keines mehr gewoben, dafür aber Teppiche, Läufer, Bettumrandungen in Lohnarbeit. Als Daniel Keller nicht mehr weben konnte, trat sein Enkel Karl Emmerich noch einige Jahre in seine Fußstapfen.
Wegen Baufälligkeit mußte das Webhäuschen im Jahre 1943 abgerissen werden. Der Webstuhl stand noch einige Jahre in der Wohnung von Karl Emmerich, bis der "Wohlstand" ausbrach. Nun mußten es Perser-Teppiche sein und der alte, gute Webstuhl hatte ausgedient, der bis dahin geholfen hatte, viele Mäuler satt zu machen.