Verein für Heimapflege EPFENBACH e.V.
Anno 1965

Sagen und Märchen

EPFENBACH - das Dorf in dem besonders die Sage vom Nixenteich bekannt ist

Bei allen Völkern spielen Sagen und Märchen eine wichtige Rolle, insbesondere auf dem Land wurden sie unter den Generationen gepflegt und weitergegeben.

Diese Aufnahme zeigt den "Renevater" im Umzug beim Epfenbacher Heimattag 1927 vor dem "Gasthaus zum Adler" am KreuzwegDer berühmteste Geist auf Epfenbacher Gemarkung ist der "Renovator " oder Feldmesser. Solche waren früher in jedem Ort ansässig und amtlich beauftragt, die Feld- und Gemarkungsgrenzen und Grenzsteine in Ordnung zu halten. Hatte aber ein solcher seine Amtsbefugnisse mißbraucht, weil er Grenzsteine falsch gesetzt, Grenzen unrichtig bezeichnet und Schmiergelder genommen oder andere unerlaubte Vorteile erlangt hatte, dann mußte er des nachts über die Felder ziehen. Und so verhält es sich auch mit einem Epfenbacher Renovator. Sein gewöhnlicher Weg ist: vom Waibstadterweg über den Neidensteinerweg, dann über den Bach und kurz unter dem Dorf über den Müllerweg den Berg hinauf zum Spechbacherweg. Doch ist er, wie es erst vor kurzer Zeit von einem angesehenen Epfenbacher berichtet wurde, von ihm selbst, auch außerhalb unserer Gemarkungsgrenze, gesehen worden. Das bezeugt er ausdrücklich! Außer von diesem Augenzeugen ist der "Renevater" jedenfalls seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen worden.

Bereits im Heimatbuch der Gemeinde Epfenbach aus dem Jahr 1927 wird dieser Stoff behandelt. Der Heimatforscher Emil Zapf hat in seinem Heimatbuch "Epfenbach" aus dem Jahr 1969 dieses Thema wieder übernommen. In ihrem Buch "Die Welt der Feen - von der Wiederverzauberung der Wirklichkeit" (Verlag Weitbrecht, Wien) schildert die Autorin, Frau Dr. Ditte König, ihren Kontakt mit dieser Sage bei ihren Recherchen in Epfenbach.

Im Programmheft zum Musical "Die Schöne und das Biest", das von der Mannheimer Theateragentur BB Promotion produziert wurde und in vielen hervorragend beurteilten Aufführungen unter anderem in Köln und Baden-Baden gezeigt wurde, ist dieses Thema ebenfalls eingeflossen. Im Heftinneren heißt es: "Die Welt der Feen - Fragt man die Bäckersfrau in Epfenbach nach den Feen, so nickt sie freundlich und erklärt den Weg zu dem Teich,in dem sie sich einstmals aufhielten. Wasser sucht man auf der Anhöhe nach Waibstadt allerdings vergeblich, kaum ist noch eine trockene Mulde zu erkennen, über die sich nun ein Kleefeld hinzieht.
Auch die Spinnstuben, in denen sich Feen früher einfanden, sind längst verschwunden. ..." nach oben Es gibt noch andere Quellen über dieses Thema, z. B. die Sagensammlung der Gebrüder Grimm. Im Internet ist deren Fassung von " Die drei Jungfrauen aus dem See "  nachzulesen. nach oben Das Gedicht "Der Nixenteich von Epfenbach", das im Heimatmuseum nachzulesen ist, stammt von Gottfried Kinkel (1815 bis 1882). Offensichtlich handelt es sich um den Nachdruck seiner romantischen Verse mit dem Titel "Die Stunden verrauschen". Hier geht es zu Kinkel und zu seinem Gedicht.